Die Demokratische Republik Kongo (DRK) liegt im Herzen Afrikas und beherbergt die größte französischsprachige Bevölkerung der Welt. Trotz ihres enormen Reichtums an natürlichen Ressourcen haben politische Instabilität, Korruption und ein Mangel an Infrastruktur – nach Jahrhunderten kolonialer Ausbeutung – dazu geführt, dass das riesige Land stark unterentwickelt ist. Über 60 Millionen Menschen leben in extremer Armut (unter 2,15 USD pro Tag).
Die Bürgerkriege der 1990er und frühen 2000er Jahre destabilisierten das Land weiter. Obwohl diese großflächigen Konflikte schließlich abflauten, kam es in mehreren Regionen weiterhin zu Gewalt. Diese anhaltenden Auseinandersetzungen führten zu einer angespannten Lage und zu zahlreichen Herausforderungen – darunter der Einsatz von Kindersoldaten, Zwangsarbeit sowie weitverbreitete Gewalt gegen Frauen und Kinder.
Seit 2018 hat RET Germany mehr als 17.974 Programmbegünstigte in der DR Kongo direkt unterstützt – rund 20 % davon Frauen – durch insgesamt 6 Projekte. Dazu gehört auch die anspruchsvolle, aber entscheidende Arbeit zur Demobilisierung und Reintegration von 1.177 ehemaligen Kombattanten, wodurch insgesamt schätzungsweise über 179.740 Menschen positiv beeinflusst wurden.
Unter den laufenden Projekten befindet sich eine mehrjährige Initiative (2021–2024), die sich auf die Verbesserung der Ernährungssicherheit und der Ernährungsbedingungen in Ituri und Nord-Kivu konzentriert. Ziel ist es, Frieden und ein inklusives Zusammenleben in den von Konflikten betroffenen Regionen im Osten der DR Kongo zu fördern.
RET vermittelt dort einer breiten Zielgruppe – von demobilisierten Kindersoldaten und Jugendlichen aus bewaffneten Gruppen über die indigene Batwa-Bevölkerung, weibliche Haushaltsvorstände und Binnenvertriebene (IDPs) bis hin zu Rückkehrer*innen und gefährdeten Aufnahmegemeinschaften, einschließlich Menschen mit Behinderung – Kenntnisse in nachhaltiger Landwirtschaft und Ressourcennutzung, um als Kleinbäuer*innen ihre eigene Nahrung zu produzieren und sich langfristig selbst zu versorgen.
Dieses Projekt kommt 6.200 Personen direkt zugute – davon 2.220 Frauen (36 %) und 3.980 Männer (64 %) – und soll insgesamt rund 43.000 Menschen positiv beeinflussen. Es fördert zudem friedliche Beziehungen zwischen ethnischen Gruppen und unterstützt die Integration von stigmatisierten, gefährdeten und traumatisierten Gruppen, insbesondere jugendlichen Ex-Kombattanten und der Batwa-Gemeinschaft, in lokale Strukturen und wirtschaftliche Aktivitäten.