BRÜCKEN SCHLAGEN
Was ist der “Triple Nexus”?
Internationale Hilfe wird traditionell in humanitäre Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit unterteilt. Humanitäre Organisationen leisten kurzfristigen Schutz in Notsituationen – sie retten Leben und lindern Leid – während Entwicklungsorganisationen in stabileren Umgebungen tätig sind, um das langfristige soziale und wirtschaftliche Wohlergehen zu fördern.Â
Krisen haben jedoch selten ein klar definiertes Ende, an dem humanitäre Akteure abziehen und Entwicklungsarbeit beginnen kann. Solche Situationen dauern oft Jahre oder gar Jahrzehnte an, und die Übergangsphase zwischen Krise und Entwicklung ist meist schwer zu bestimmen – und daher besonders schwierig zu bewältigen. Â
Bei RET ermöglicht uns unser Mandat, das sich auf junge Menschen und gefährdete Frauen konzentriert, Lösungen zu entwickeln, die die Lücke zwischen humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit überbrücken. Wir bieten maßgeschneiderte, kontextspezifische Ansätze, reagieren auf akute Krisen und arbeiten gleichzeitig daran, sowohl die unmittelbaren als auch die langfristigen Bedürfnisse von krisenbetroffenen Bevölkerungsgruppen zu erfüllen.Â


Für einen Übergang von Krisen zu stabilen Gesellschaften ist eine Friedensdimension absolut entscheidend. RET schützt nicht nur gefährdete Menschen, sondern legt auch die Grundlagen für nachhaltige Interventionen in der Zukunft.Â
Der „Triple Nexus“ verkörpert diese Philosophie, indem er anerkennt, dass humanitäre, entwicklungsbezogene und friedensorientierte Maßnahmen alle eine Rolle für die langfristige Sicherheit, Stabilität und Prosperität von Gemeinschaften spielen. Wir sind fest davon überzeugt, dass junge Menschen bereits während Krisen potenzielle Akteur*innen und zugleich Träger*innen sozialen Wandels sind – sie repräsentieren die Zukunft ihrer Gemeinschaften. Sie übernehmen wesentliche Rollen sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft.Â
Aufgrund dieses Mandats erstreckt sich unsere Arbeit über zahlreiche Sektoren und Einsatzbereiche.Â
GEMEINSAM STÄRKER
Globale Partnerschaften und Allianzen von RET
Wir arbeiten mit einer Reihe institutioneller Organisationen als Umsetzungspartner zusammen, darunter:Â
ECHO
European Civil Protection and Humanitarian Aid Operations
UNDP
United Nations Development Programme
UNESCO
United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization
UNHCR
United Nations High Commissioner for Refugees
UNICEF
United Nations Children’s Fund
UNFPA
United Nations Population Fund
IOM
International Organization for Migration (United Nations)
WHO
World Health Organization
OCHA
Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (United Nations)

RET ist Mitglied in folgenden Arbeitsgruppen und Allianzen:Â
ECOSOC-Sonderberaterstatus
• Mitglied seit 2005
Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) verfolgt das Ziel, die drei Dimensionen nachhaltiger Entwicklung – wirtschaftlich, sozial und ökologisch – voranzubringen. Er dient als zentrale Plattform für den Austausch von Ideen, die Förderung innovativen Denkens, den Aufbau von Konsens über zukünftige Wege sowie die Koordination internationaler Anstrengungen zur Erreichung gemeinsamer Ziele.Â
Dieser Status ermöglicht es RET, an internationalen Konferenzen und Veranstaltungen teilzunehmen, schriftliche und mündliche Stellungnahmen abzugeben sowie Zugang zu UN-Geländen zu erhalten, um Netzwerke zu pflegen, Koordination zu fördern und das Bewusstsein für die Situation und Rolle junger Menschen in fragilen Kontexten zu stärken.Â
Education Cannot Wait
• Mitglied des ExekutivausschussesÂ
• Mitglied der Educational Technical Task TeamÂ
• Mitglied der Civil Society Organizations (CSO) Northern Group
Education Cannot Wait (ECW) ist der erste globale Fonds, der sich der Bildung in Notsituationen und langanhaltenden Krisen widmet. Er vereint internationale humanitäre und entwicklungspolitische Akteure sowie öffentliche und private Geldgeber, um Bildung als Priorität auf die humanitäre Agenda zu setzen, eine bessere Zusammenarbeit vor Ort zu fördern und zusätzliche Finanzmittel zu mobilisieren. Ziel ist es, dass jedes von Krisen betroffene Kind und jeder junge Mensch Zugang zu Bildung hat und lernen kann.Â
Globales Flüchtlingsforum (UNHCR)
UNHCR schützt Menschen, die gezwungen sind, aus ihrer Heimat zu fliehen, sowie Staatenlose. Es leistet lebensrettende Hilfe in Notfällen, sichert grundlegende Menschenrechte und arbeitet an langfristigen Lösungen, damit Geflüchtete ein sicheres Zuhause finden können. In diesem Forum ist RET insbesondere in den Bereichen Bildung und nachhaltige Lösungen tätig.Â
Inter-Agency Network for Education in Emergencies (INEE)
• Mitglied seit 2001
• Lenkungsausschuss (2010–2016)
• Co-Vorsitz mit Der Weltbank und dem IRC (2012–2016)
Wie RET verfolgt INEE die Mission, das Recht auf eine qualitativ hochwertige, sichere und relevante Bildung für alle Menschen in Krisen- und Notsituationen zu gewährleisten – durch Prävention, Vorbereitung, Reaktion und Wiederaufbau.Â
RET trat 2010 dem Lenkungsausschuss bei und übernahm gemeinsam mit der Weltbank den Vorsitz. RET war außerdem maßgeblich an der Entwicklung der Minimum Standards beteiligt und präsentierte diese gemeinsam mit der UNESCO und dem UNHCR in Genf.Â

Die Arbeitsgruppen und Allianzen von RET (Fortsetzung):Â
Globaler Bildungscluter (Global Education Cluster)
• Mitglied des Strategischen Beratungsausschusses (seit 2017)
Der Global Education Cluster arbeitet auf einen vorhersehbaren, gerechten und gut koordinierten Ansatz hin, um Bildungsbedürfnisse von Krisenbetroffenen zu adressieren. Dies geschieht durch den Ausbau von Kapazitäten, zeitnahe Feldunterstützung, robuste Analysen und gezielte Interessenvertretung.Â
Compact for Young People in Humanitarian Action
Diese Initiative vereint Regierungen, UN-Organisationen, internationale und lokale NGOs, den Privatsektor sowie bedeutende Jugendnetzwerke. Sie ist ein globaler Aufruf, die Bedürfnisse und Rechte junger Frauen und Männer, Mädchen und Jungen, die von Katastrophen, Konflikten, Vertreibung und anderen Krisen betroffen sind, zu priorisieren.
International Council of Voluntary Agencies (ICVA)
Gegründet 1962, ist ICVA ein globales Netzwerk von NGOs mit dem Ziel, humanitäres Handeln durch kollektive und unabhängige Einflussnahme auf Politik und Praxis wirkungsvoller und wertebasierter zu gestalten.
R4V
• Partner seit 2017
Gemeinsam von UNHCR und IOM geleitet, ist R4V eine der größten globalen Koordinierungsinitiativen. RET arbeitet mit über 200 Organisationen (darunter UN-Agenturen, Zivilgesellschaft, religiöse Organisationen und NGOs) im Rahmen des Refugee and Migrant Response Plan for Venezuela (RMRP) in 17 Ländern Lateinamerikas und der Karibik zusammen.Â
RET beteiligt sich an der Regional Protection Sector Group (Untergruppen: geschlechtsspezifische Gewalt, Kinderschutz, Support Spaces Working Group) sowie am Regionalen Bildungssektor.Â
Global Alliance for Disaster Risk Reduction and Resilience in the Educational Sector (GADRRRES)
Diese Initiative stellt sicher, dass Kinder und Erwachsene in allen Bildungseinrichtungen vor Gefahren geschützt sind und dass Schulen zur Entwicklung einer Sicherheits- und Resilienzkultur beitragen. Sie entwickelte den Comprehensive School Safety Framework 2022–2030, der weltweit Anwendung findet.